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Waiblinger Kreiszeitung 03.08.2020

Pressemitteilung: Erste Hilfe und Corona

Waiblingen, 21. Juli 2020
Für jeden Teilnehmer gibt es beim Roten Kreuz ein aufgezeichnetes Quadrat. Denn in Zeiten von Corona ist der Lehrsaal in Waiblingen genau eingeteilt: 17 Quadrate mit Stuhl für die Teilnehmer der Erste-Hilfe-Kurse, ein Bereich für die Lehrkraft und in der Mitte zwei Übungsbereiche, damit der Mindestabstand von 1,5 Metern garantiert werden kann. Willkommen bei der Erste-Hilfe-Ausbildung unter Corona-Bedingungen.

„Die Nachfrage nach Erste-Hilfe-Kursen ist derzeit sehr groß“, berichtet Birgit Kralisch, beim DRK-Kreisverband Rems-Murr e. V. zuständig für die Breitenausbildung. Nach einer Zwangspause bietet auch der DRK-Ortsverein seit Anfang Juni wieder verschiedene Kurse rund um das Thema Hilfeleistung an. Wegen der Ansteckungsgefahr mit einigen Änderungen.

„Ein hoher Praxisanteil ist von Vorteil“, betont Ausbilderin Annett von Rüsten. „Wir gestalten die Kurse so, dass viel hängenbleibt.“ Sie will keine Filme zeigen oder einen Monolog halten, das sei nicht zielführend. Daher haben sich DRK-Desinfektor und Ausbilder zusammengesetzt und an einem Hygiene-Plan gefeilt, der allen Vorgaben und dem Anspruch des DRK an eine qualifizierte Ausbildung gerecht wird. So auch kürzlich.

Annett von Rüsten beobachtet das nächste Duo, das getrennt an zwei Puppen eine Reanimation durchführen soll. Eine Frau schließt den Defibrillator an, einen Schockgeber für das Herz, wenn es nicht mehr schlägt. Der Mann führt die Herzdruckmassage aus. „Wir stellen uns vor, wir reanimieren gemeinsam“, sagt die Ausbilderin. Immer wieder stellt sie Fragen und bezieht die Gruppe mit ein. Wie tief dürfen Helfer den Brustkorb bei der Reanimation eindrücken? Das hänge von der Statur der Person ab, sagt jemand. Vier bis fünf Zentimeter sollten es schon sein. Der Mann legt los. Dann wäre der Defibrillator bereit, einen Schock abzugeben. „Abstand halten“, sagt die Ausbilderin jetzt – und sie meint ausnahmsweise nicht wegen Corona. Gemeinsam wird die Funktionsweise des Defibrillators erläutert und geübt. Die Teilnehmer tauschen die Position, nachdem Annett von Rüsten zum wiederholten Male Puppen und Co. desinfiziert hat. Dann ist wieder eine Pause und es wird gelüftet. Zeit für Händewaschen und Desinfizieren.

Das alles ist Bestandteil des individuellen Hygienekonzepts des DRK: Handhygiene, lüften, desinfizieren, mehr Vorführungen, Masken- und Handschuhpflicht bei Übungen, keine Gruppenbildungen. Und so weiter. „Die Menschen sollen trotz Corona dort, wo es möglich ist, mitmachen und üben, um im Notfall routiniert und sicher helfen zu können“, sagen die Ausbilder des DRK.

Kontakte sind an diesem Kurstag auf ein Minimum beschränkt, das hat die Ausbilderin gleich zu Beginn deutlich gemacht. Feste Zweier-Teams werden gebildet. Die führen beispielsweise eine Wundversorgung oder Blutstillung durch. Allerdings nicht am Kopf – wegen der Gefahr der Tröpfchen¬infektion – oder am Arm, sondern eher am Bein. „Abstandswahrende Lebensrettung“ hat eine Zeitung dies genannt. Da oft nur zwei Personen gleichzeitig trainieren können, vertiefen die übrigen Teilnehmer während dieser erzwungenen Unterbrechungen ihr Wissen anhand von Fallbeispielen aus dem Alltag.
Wer übt, schmeißt danach die Handschuhe weg. „Der Materialverbrauch ist enorm“, sagt Annett von Rüsten. Das sei leider unvermeidlich und erhöhe die Kosten für das DRK. Auch der Fragebogen, den jeder Teilnehmer vor Kursbeginn ausfüllen muss, ist unumgänglich. Wer beispielsweise Symptome wie Fieber zeigt, darf nicht am Kurs teilnehmen.

Weitere Übungen folgen. Die erfahrene Ausbilderin erläutert auf Nachfrage: Insbesondere in Zeiten von Corona müsse niemand fremde Personen beatmen. Die Herz-Druck-Massage sei jedoch essentiell. Weil sich nach einem Notfall anfangs noch genügend Sauerstoff im Blut befinde, müsse gedrückt werden. So werde das Blut mit Restsauerstoff zum Gehirn gepumpt. Im Notfall die 112 wählen und drücken: Das sei am wichtigsten. Wieder beginnt ein abgeschwächter Praxisteil. Wie nähere ich mich Patienten in Zeiten von Corona? Vor der Pandemie hielt man den eigenen über den Kopf der verunfallen Person, um die Atmung zu überprüfen. Das geht, Stichwort Aerosole, aktuell nicht mehr. Stattdessen wird die Person laut angesprochen, berührt und der Kopf überstreckt. Nun wird geschaut, ob der Brustkorb sich bewegt.

„Es geht darum, Menschenleben zu retten und sich selbst zu schützen“, stellt Annett von Rüsten fest. Für diese Übungen dürfen die Teilnehmer auch mal ihr Quadrat verlassen – aber nur mit Maske. Erste Hilfe unter Corona-Bedingungen. „Wir alle müssen uns daran gewöhnen. Aber es klappt“, ist sich das DRK-Ausbilder-Team nach einigen Wochen sicher.

www.drk-rems-murr.de/erste-hilfe/

Wir haben Zuwachs bekommen

Am Mittwoch 15. Juli 2020 hat die Bereitschaft Waiblingen, ebenso wie die Kameraden aus Remshalden, einen Mannschaftstransportwagen – kurz MTW – beim Technischen Landratsamt in Waiblingen übergeben bekommen. Dieses Fahrzeug ersetzt ein ca. 20 Jahre altes Fahrzeug. Mit diesem MTW unterstützt unsere Schnelleinsatzgruppe den Bevölkerungsschutz (1. EE => 1. Einsatzeinheit Rems-Murr) im gesamten Kreis . Durch dieses Fahrzeug können bis zu 8 Einsatzkräfte an die entsprechende Einsatzstelle befördert werden um den Gerätewagen Sanität – kurz GW SAN zu ergänzen bzw. die dortigen Helfer zu unterstützen.

Eine offizielle Übergabe durch Herrn Landrat Dr. Richard Sigel erfolgt nach Corona.

Blutspende-Woche vom 4. bis 8. Mai in Urbach!

 

Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden erhöhten Vorsichtsmaßnahmen wurden viele Eintages-Blutspendetermine abgesagt und dafür Schwerpunkt-Blutspenden über den Zeitraum von einer Woche eingerichtet.

Eine solche Blutspende-Woche findet vom 4. bis zum 8. Mai täglich von 13 bis 18 Uhr in der Auerbachhalle (Seebrunnenweg 15) in Urbach statt.

Um Warteschlangen zu vermeiden und damit Spender und Blutspende-Personal zu schützen, ist eine Teilnahme an der Blutspende nur mit vorheriger Terminreservierung über folgenden Link möglich:
https://bawuehe.bsd-trs.de/reservierungen/urbach_auerbachhalle

Bitte bringen Sie zur Blutspende Ihren Personalausweis und Ihren Blutspender-Ausweis mit.

Bereits heute vielen Dank an alle Blutspender. Mit Ihrer Spende kann Menschen, welche aufgrund von Krankheiten oder Unfällen Bluttransfusionen benötigen, auch in dieser herausfordernden Zeit geholfen werden.

Ebenso vielen Dank an den DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg - Hessen für die Durchführung der Blutspende-Woche und an die ehrenamtlichen Helfer aus den DRK-Ortsvereinen Urbach, Wieslauftal und Winterbach für die personelle Unterstützung bei diesem wichtigen Termin.

Gesprächs-Telefon des DRK im Rems-Murr-Kreis ab dem 14.04.2020

Die Maßnahmen gegen das Coronavirus beeinträchtigen das menschliche Miteinander. Die persönlichen Kontakte werden auf ein Minimum reduziert. Der DRK-Kreisverband Rems-Murr e. V. will helfen und hört zu. Das Rote Kreuz hat ein Gesprächs-Telefon eingerichtet. Unter der Nummer 07151-7073490 erreichen Menschen im Kreis qualifizierte Helferinnen und Helfer, die sich bei der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) des DRK im Kreis engagieren. Sie sind Montag bis Freitag von 12 Uhr bis 18 Uhr erreichbar.


Die Ehrenamtlichen der PSNV kennen sich mit Extremsituationen aus. Sie möchten Menschen helfen, die Sorgen haben, erzählen möchten und gerne etwas Kontakt pflegen würden. „Bei uns erreichen Sie ehrenamtliche Mitarbeiter, die ein offenes Ohr für die persönlichen Sorgen und Ängste der Anrufer haben“, hält das Team der PSNV fest. Das Team kann gut zuhören, Rat geben und gegebenenfalls auch sinnvolle Kontakte vermitteln.


In akuten psychischen Krisensituationen, beispielsweise nach tödlichen Unfällen, leisten die ehrenamtliche Kriseninterventionshelfer des Deutschen Roten Kreuzes psychosoziale Akuthilfe für Betroffene. Sie sind da, hören zu, trösten und begleiten. Aber sie kümmern sich auch um erste organisatorische Belange. Diese Eigenschaften wollen die Ehrenamtlichen in dieser außergewöhnlichen Lage nun allen Menschen im Kreis anbieten. Daher haben sie sich dazu entschieden, ihr fundiertes Angebot in diesen speziellen Zeiten anzupassen. „Wir wollen helfen und wir können helfen“, halten die DRKler fest. Die Maßnahmen der Psychosozialen Notfallversorgung (auch Notfallnachsorgedienst genannt) zielen auf die Bewältigung von kritischen Lebensereignissen und der damit einhergehenden Belastungen für Betroffene.


Informationen zum Corona-Virus "Covid-19" in Baden-Württemberg

Rotes-Kreuz-Haus wird vergrößert

„Unser Gebäude platzt buchstäblich aus allen Nähten“: Beim Spatenstich für den Anbau ans Waiblinger Rote-Kreuz-Haus hat die Erste Bürgermeisterin Christiane Dürr am Donnerstag deutlich gemacht, wie wichtig das Projekt ist. 1,2 Millionen Euro kostet es, fertig sein soll alles im September 2020 – pünktlich zur Feier zum 150. Geburtstag des DRK-Ortsvereins.

Artikel in der Waiblinger Kreiszeitung

Auf der Erleninsel passiert immer etwas

Als die Polizei auf der Erleninsel auftaucht, macht sich Erleichterung bei den drei Helfern vom DRK breit. Zwei aggressive Streithälse, der eine kompakt und kräftig, der andere zwei Bierkrüge höher, gehen in Schlagdistanz. "Du und ich", schreit der Größere. Der Kleine rennt auf ihn zu, wird von drei Landsleuten eingefangen. Seine Freundin brüllt auf ihn ein. Die Polizei nähert sich. Der Spuk hat ein Ende. Der Einsatz der DRK-Helfer geht weiter.

 Ihr Einsatz auf dem Altstadtfest beginnt am Freitag um 15.30 Uhr. Im Bürgerzentrum sind die Helfer vom DRK dabei, Zentrale, Aufenthaltsraum und Sanitätsraum herzurichten. Medizinische Geräte, Verbandsmaterial, Liegen, Brechbeutel, Infusionsständer, Computer, Papiere und Nervennahrung. Gegen 18 Uhr ist alles erledigt. Offiziell beginnt ihr Dienst um 19 Uhr. Wann er endet? „Vier, fünf Uhr“, vermutet Carsten Magunia, Bereitschaftsleiter vom DRK-Ortsverein Waiblingen. Knapp 20 ehrenamtliche DRK-Helfer haben sich hier versammelt, unterstützt von Kräften des Malteser Hilfsdienstes. Drei mobile Helfertrupps sind im Einsatz, mindestens einer ist immer auf dem Fest unterwegs. Drei Leute von der Einsatzleitung behalten in der Zentrale den Überblick. Der Leiter der Sanitätsstelle und ein Arzt warten auf Patienten. Vier weitere Helfer besetzen zwei Rettungsfahrzeuge.

Draußen brütet die Hitze. Der Besucherandrang bleibt am frühen Abend noch übersichtlich, doch mit den fallenden Temperaturen steigt der Alkoholkonsum. Hatte die erste Patienten eine Verletzung am Fuß verbunden mit Kreislaufbeschwerden liegen in den nächsten Stunden überwiegend betrunkene Jugendliche im Sanitätsraum, schlafen ihren Rausch aus, füllen die Brechbeutel oder müssen ins Krankenhaus. So hatten es Einsatzleiter Heiko Fischer und Carsten Magunia auch vorhergesehen.

20.00 Uhr. Im Bürgerzentrum, wo DRK und Polizei ihre Zentrale aufgebaut haben, geht es beschaulich zu. Die Helfer haben Zeit, über Technik, Planung und Erfahrungen zu sprechen. Ihr Sanitätsdienst erfülle eine Pufferfunktion für den regulären Rettungsdienst, der bei schlimmeren Fällen alarmiert wird. Wo ist am meisten los? Erleninsel! Dort treffen sich die jungen Leute. Es habe sich bewährt, dass das THW die Erleninsel ausleuchtet, der Bereich sei für die Helfer gut anzufahren, sagt Carsten Magunia, der mit 50 Einsätzen beim diesjährigen Altstadtfest rechnet. Die erste Fußstreife verlässt die Zentrale. Ein Bienenstich, Kreislaufprobleme, sie verteilen Pflaster. Das war es vorerst. Das soll sich schnell ändern.

21.02 Uhr. Die Funkgeräte knacken. Ein Kind hat eine Platzwunde. „Wir schicken jemanden raus“, sagt Heiko Fischer und ein Fahrzeug macht sich auf den Weg.

21.45 Uhr. Auf der Erleninsel wird das Team um Pia Jungbauer, Jan Kasper und Sven Knödler angehalten. Ein junger Mann humpelt auf sie zu. Schnitt am Knie. Scheinbar auf einen Stein gefallen. „Das muss genäht werden“, sagt Sven Knödler. Der Arzt schaut sich ein paar Minuten später die Wunde an. Die Sehne ist betroffen. Transport ins Krankenhaus. Die drei Helfer ziehen wieder los. Präsenz zu zeigen hat sich bewährt. „Da vorn liegt einer“, sagt ein Mann und zeigt mit dem Daumen Richtung Stihl-Pavillon. In der Tat. Neben seinem Erbrochenen quält sich ein Junge, eher unter 18 Jahre. Seine Kumpels kümmern sich um ihn. Aber es reicht nicht. Die Helfer bringen ihn in den Sanitätsraum. Das dauert. Dort angekommen heißt es Infusion. Die Eltern werden informiert.

In der Zentrale tauchen nun abwechselnd DLRG, Sicherheitsdienst, Begleiter von Betrunkenen, Eltern und THW auf. Und wieder ein Funkspruch. „Männlich, 16 Jahre, alkoholisiert.“ C2 heißt die rettungsdienstliche Abkürzung für Alkoholmissbrauch. C2-Intox steht für Alkoholvergiftung. Wieder knacken die Funkgeräte. Der Leiter der Sanitätsdienststelle von den Maltesern berichtet der Einsatzleitung, wer derzeit alles behandelt wird. „In Kürze zwei Mal C2“, informiert ihn Heiko Fischer. Die Einsatzfahrzeuge sind unterwegs.

22.58 Uhr. „Trupp 1 ist wieder da“, meldet ein Helfer vom Sanitätsdienst. „Braucht ihr eine Pause oder wollt ihr wieder raus“. Kurze Pause. Die Polizei meldet eine Frau, die nicht mehr ansprechbar ist. Trupp 2 muss raus. Vorm Bürgerzentrum passieren sie den Rettungswagen der Waiblinger Bereitschaft, der gerade gereinigt wird. Auch das gehört dazu. Trupp 2 holt die Frau und trifft nun auf die beiden Streithälse, die sich anschreien.

23.07 Uhr. „Die Polizei will einen KTW beim Brasilianer“, heißt es. Zwei Helfer marschieren los. Trupp 2 passiert am Marktbrunnen einen Krankenwagen, der mit Blaulicht in der Menge steht. Fahrzeug und Helfer quälen sich durch die Menge. Im Einsatz muss man „rufen und drücken, anders kommst du nicht durch“, sagt Jan Kasper in seiner Art, die eine extreme Ruhe ausstrahlt. „Brutal“ sei das Gedränge an manchen Stellen sagen nicht nur die Helfer. Wieder nehmen sie einen Betrunkenen mit. „Der kotzt, der kann nicht mehr“, sagt ein Freund treffend. „Ihr seid tolle Leute“, kommentiert eine Freundin lallend.

23.22 Uhr. Jan füllt seinen Notfallrucksack nach. „Jetzt zieht es langsam an“, meint Heiko Fischer. 20 Minuten später steht das THW in der Zentrale. Ein Mann „benötige Aufsicht“. Kurz vor Mitternacht. Ein Wagen fährt vor. Ein junger Mann wird auf der Trage liegend reingeschoben. Die Stirn glänzt, die Augen sind geschlossen. Die Schuhe sind verschmutzt, Hose, Hemd und Gesicht ebenfalls. C2-Intox. Ein anderer will sich selbst entlassen. Er sei 18 Jahre alt und wieder nüchtern. „Den sehen wir wieder“, sagt Sven Knödler. Er soll recht behalten. Genau wie Carsten Magunia vor ein paar Stunden: „Auf der Erleninsel passiert immer etwas.“

00.29 Uhr. Ein sichtlich erschütterter junger Mann spricht Helfertrupp 2 auf der Erleninsel an. Schwellung neben dem linken Auge. Die Nase rot. Sie blutet stark. „Können Sie mal gucken, ob die gebrochen ist?“ Er schildert, wie er Opfer eines aggressiven Mannes wurde, der Streit gesucht hat. Der fühlte sich belästigt und schlug sofort mit einer Bierflasche zu. Trupp 2 führt ihn zur Zentrale. Wenig später trifft ein zweites Opfer ein. Die Polizei wird informiert. Beide wollen Anzeige erstatten. „Es ist brutal wie die Aggressivität zugenommen hat“, sagt ein erfahrener Helfer. Viele würden ja nicht mal mehr den Wagen ausweichen, sondern im Scheinwerferlicht tanzen und auf die Wagen klopfen.

01.05 Uhr. Beim Gang in Richtung Beinsteiner Tor spricht ein Mann die Helfer an. Angeblich habe ein junger Mann eine Flasche Cognac geext und hatte einen Asthma-Anfall. Er wird versorgt und fängt sich wieder. Später zündet er sich eine Zigarette an. Die Helfer schütteln den Kopf. „Eine halbe Stunde gibt es noch Alkohol“, sagt Pia Jungbauer. Gegen halb 2 passiert dann auch weniger, bis ein junger Mann sich meldet. Auf der Erleninsel werfe jemand mit Flaschen, „das geht gar nicht.“ Die Polizei wird informiert.

01.32 Uhr. „Trupp 3 quält sich noch mal raus“, sagt Helferin Hannah. Sie und Niko ziehen los. „Cool, was ihr macht“, hat vorher ein junger Mann gesagt, der sich als „Blaulicht-Fan“ bezeichnet. Worte, die Mut machen. Schulterklopfen und gute Wünsche kommen an bei den Helfern. Gegen 02.30 Uhr wird es merklich ruhiger. Es gab weniger Heimwegschlägereien als befürchtet, freut sich Einsatzleiter Heiko Fischer.

Die Bilanz: 20 größere Einsätze haben die Helfer protokolliert, als ihr Dienst gegen 03.30 Uhr endet. Drei Kliniktransporte und viele Kleinsthilfeleistungen. Warum machen sie das? Gegen 19 Uhr fiel die Antwort noch etwas ausführlicher und euphorischer aus. Nicht wegen des Geldes. Das habe mit Idealismus zu tun, anderen zu helfen. Das Altstadtfest gehöre zu den größten Einsätzen im Rems-Murr-Kreis. Hier werden sie gebraucht und können zeigen, was sie gelernt haben und Herausforderungen meistern, sagen Heiko Fischer und Carsten Magunia. Und die Bilanz nach achteinhalb Stunden? „Schon ordentlich“, sagen sie. Endlich können sie nach Hause. 50 Helfer werden insgesamt das Fest sanitätsdienstlich betreuen, damit rund Zehntausende Menschen feiern können.

Info: Damit das DRK Sanitätsdienste in dieser Größenordnung und Professionalität durchführen kann, freut es sich über Neugierige jeden Alters, die ihre Talente und ihre Einsatzbereitschaft beim DRK-Ortsverein Waiblingen einbringen wollen. Wer sich informieren möchte, Fragen hat und mal vorbeischauen will, kann die 07151 55955 anrufen oder schreibt eine Mail an bereitschaftsleitung@drk-waiblingen.de.
Auto: Christian Siekmann

Vans BMX Pro Cup 2019 in Waiblingen

Am Wochenende verwandelt sich Waiblingen in das Mekka der globalen BMX-Szene. Beim „Vans Pro Cup“ messen sich die 32 besten Fahrer der Welt auf dem neuen Skaterpool beim Hallenbad So lautete eine Schlagzeile in der Kreiszeitung in dieser Woche. Wir waren fünf Tage vor Ort. Glücklicherweise verliefen die Läufe um die beste Fahrerin / den besten Fahrer der Welt ohne wirklich schwere Unfälle. Eigentlich ein Wunder angesichts der spektakulären, teilweise bis zu vier Meter hohen Sprünge und Drehungen. Offenbar beherrschen die Mädels und Jungs ihr Sportgerät perfekt.